Ujjayi – das sanfte Meeresrauschen

ujjayi

 

 

 

 

 

 

 

gesprochen: „Udschaii“
Atemtechnik – Bedeutet so viel wie
der Sieg – das was uns nach oben führt“

Ich habe die Ujjayi Atmung anfangs erlernt, um intensiver in anstrengende Asana „reinzukommen“. In der Tradition von Krishnamacharya die ich bei Bea übe, wie auch beim Ashtanga Yoga ist das Ziel, Ujjayi während der ganzen Übungspraxis einzusetzen. Es lässt uns ruhiger und tiefer atmen und ist unser „Leitfaden“ durch die Übungen. Durch das lauschen auf den sanften Atemstrom gelingt es besser, konzentriert zu bleiben. Ausserdem erkennen wir an der Atemqualität, wenn wir uns überanstrengen – dann stock und stottert das sanfte Rauschen aus der Kehle.
Der Atemfluss dient also der Kontrolle darüber, wie intensiv wir üben, das ruhige sanfte fliessen der Atmung ist wichtiger als ein höherer Schwierigkeitslevel im Asana.

Ujjayi lernen:
Am einfachsten lernst Du die Atmung mit Reibelaut zuerst im Liegen, ganz entspannt.
Flüstere „ha“ erst mit der Ausatmung, mit offenem Mund, dann den Mund schliessen und weitermachen.

Übe Ujjayi anfangs nur mit der Ausatmung.

Es darf kein Hauch von Verspannung oder Unterdrückung dabei sein !!
Alles muß entspannt und ruhig sein – Meditativ in sich ruhen.
Die Atmung sollte ohne Anstrengung ganz sanft fliessen.

Technik:
Durch das Verengen der Stimmritze entsteht ein sanftes Rauschen der Atmung
– wie das Rauschen des Meeres – das Halsgeräusch.
Wenn man sehr angespannt am Bauch ist, lernet man Ujjayi leichter in Vorwärtsbeugen,
wo die Bauchdecke entspannter ist.

Versuche möglichst tief zu verengen,
dadurch kommt es zu einer besseren Aufrichtung von Nacken und Brustbein.

Ewiges geniessen:
ohne das, „arama“ – sich intensiv freuen, machen Atemübungen keinen Sinn!!

Gründe + Wirkung:
Wir sind ständig angezogen von Schwere und Trägheit – Ujjayi soll uns daraus heraus reissen.
Ujjayi entfacht das innere Feuer, man kann damit sehr viel Kraft hervorholen.

Durch das Verengen der Stimmritze wird der Atem verlängert, durch den grösseren Wiederstand wächst die Atemkraft wodurch das Atemvolumen vergrössert wird. Die Ujjayi Atmung wirkt Schleimlösend, ist wirksam bei beginnender Erkältung, v.a. Halsschmerzen, da der gesamte Rachenraum besser durchblutet wird. Das innere Feuer wird entfacht (Hitze entsteht) und das Nervensystem gereinigt und gestärkt.

Wenn Du Ujjayi beherrschst fallen Dir auch schwierige Asanas leichter – das sanfte Rauschen in Deiner Kehle trägt Dich sanft im Rhythmus Deiner Atmung und transportiert das Prana besser in Deine Muskeln. Ein zu gewaltsamer Atem lässt Dich erkennen, dass Du zu verkrampft übst, genauso wie ein lascher Atem Dir aufzeigen kann, dass Du nicht Deine volle Konzentration der Praxis widmest. Mit Ujjayi fällt es Dir leichter, ein Gleichgewicht zu finden zwischen hart und weich, schnell und langsam. Durch sie wird Deine Praxis mehr und mehr zur bewegten Meditation.
Das ist das Ziel.

BILD:
Die Wellen des Meeres, die sanft heranrollen wie deine Einatmung
und sich wieder zurückziehen, wie deine Ausatmung

Vorsicht bei:
Ujjayi regt die Schilddrüse an. Bei Überfunktion sollte das Geräusch möglichst tief erzeugt werden, also tief verengt werden.


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