„Achtstufiger Yogaweg“ – Pratyahara

Der Yogaweg nach Patanjali
PRATYAHARA – das Zurückziehen der Sinne

Hier befasse ich mich mit einem Thema, das gut zur Jahreszeit passt –
im Winter wenn sich die Natur zurück zieht, sich vorbereitet auf ein neues Jahr voller Wachstum und Entwicklung können wir diese Stufe des Yogaweges besser nachvollziehen und uns damit auseinandersetzen. Einfach ist es dennoch nicht.
Die Gelehrten sind sich darüber einig, dass es darum geht den Geist vom ständigen Umherwandern abzuziehen und nach innen auszurichten. Es gilt in diesem Schritt zu lernen, nicht mehr jedem Impuls aus den Sinnen zu folgen, sondern im Inneren zu beobachten. Die einfachste Methode dazu ist so oft wie möglich in den Körper hinein zu spüren und zu akzeptieren was da auch immer wahrzunehmen ist.

Sriram: „Die Sinne sind wie offene Türen. Sie lassen die nützlichen und die störenden, die erwünschten sowie die unterwünschten Informationen hinein. Nicht nur Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Fühlen sondern auch Sprechen, Gestalten, Gehen, Verdauen und sexuelle Zusammenkunft. Das eigenständige Wirken der Sinnesorgane ist ein grosses Hindernis wenn wir wirklich nach Innen schauen und die Stimme des inneren Selbst vernehmen wollen. Unterdrücken hat keinen Sinn weshalb Pranayama eine gute Vorbereitung auf diese sehr feine Übung ist.

Wenn es uns gelingt die Sinnesfunktionen zu besänftigen, verbünden sie sich mit citta. So werden sie zu Instrumenten, die dem citta dienen. Die Innenwelt kann unmittelbar erlebt werden.

Sriram, YS 2.54:
Wenn die Sinne nicht allzu leicht von äußeren Objekten gelenkt werden, werden sie gereinigt uns das Innenleben“ gewinnt an Kraft.
Patanjali Yoga Sutra 2.55
2.55. ततः परमावश्यता इन्द्रियाणाम् tataḥ paramā-vaśyatā indriyāṇām
“Daraus kommt die Meisterschaft über die Sinne.”

Sriram: „Durch die Stärkung des Innenlebens öffnen sich die Sinne für tieferes Wahrnehmen“.
Mit den Sinnen nehmen wir die Welt auf verschiedenen Ebenen wahr, wir können Sinneserfahrungen geniessen und daraus lernen. Allerdings verlieren wir uns allzuoft in unserem Wunsch die Sinne zu befrieden und vergessen darüber, dass wahre Freude dem einfachen Sein entspringt. Pratyahara ist die Praxis den Sinneserfahrungen nichtmehr so viel Wert zu geben und die Eindrücke als gleichwertig zu betrachten bzw. sie neutral wahrzunehmen.

Lies dazu auch auf sayoga „Patanjalis achtstufiger Yogaweg“
Buchtipp: R. Sriram „Patanjali – Das Yogasutra


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